Natürlich digital! Mit der Suchmaschine Bäume pflanzen

29.4.2020 | Die Zukunft ist digital und die Zukunft ist grün. So wünschen wir uns das zumindest. Deshalb wollen wir an dieser Stelle immer wieder Projekte, Initiativen, Apps vorstellen, die sich Gedanken über Nachhaltigkeit machen. Los geht’s mit der Seite, die meist zuerst angesteuert wird: Die Suchmaschine.



Die Google-Suche hat in Deutschland einen Marktanteil von fast 95% ( Suchmaschinen). Nach eigenen Angaben deckt Google seinen Energiebedarf zu 100% mit erneuerbarer Energie, CO2-Emissionen werden kompensiert (sustainability google]). Die Suche bei Google ist somit klimaneutral. So weit, so gut. Es gibt allerdings einen Suchmaschinenanbieter, der noch einen Schritt weiter geht: Ecosia (www.ecosia.org) bietet nicht nur eine klimaneutrale Suche, sondern nutzt einen Teil der Unternehmensgewinne, um Bäume zu pflanzen. Nach aktuellem Stand (Mitte April 2020) hat Ecosia seit der Gründung 2009 über 90,5 Millionen Bäume gepflanzt. Wie eine Suchmaschine Bäume pflanzen kann? Das Unternehmen von Christian Kroll mit Sitz in Berlin spendet nach eigenen Angaben mindestens 80% der Unternehmensgewinne an Umweltprojekte zur Aufforstung. Einnahmen werden, wie bei anderen Suchmaschinen auch, über Werbeanzeigen generiert. Hier lohnt es sich also, auf eine Werbeanzeige oder ein Werbebanner zu klicken, wenn es zu eurem Suchergebnis passt.

Wie Suchmaschinen finden, was ich suche



Google scheint auf fast jede meiner Fragen die passende Antwort zu haben. Beziehungsweise: Google weiß, wo die Antworten auf meine Fragen im Internet zu finden sind. Dafür durchsucht die Suchmaschine allerdings nicht bei jeder Anfrage erneut das ganze Internet, sondern die eigene Datenbank. Wie die Google-Suche genau funktioniert, könnt ihr euch hier als Video angucken, oder Text lesen. Nach demselben Prinzip funktionieren auch andere Suchmaschinen, die jeweils ihre eigenen Datenbanken durchsuchen. Ecosia betreibt dabei allerdings keine eigene Datenbank, sondern bekommt die Ergebnisse von Bing geliefert, der Suchmaschine von Microsoft. Microsoft bezieht seinen Strom ebenfalls aus erneuerbarer Energie, so dass das Suchergebnis über Ecosia weiter klimaneutral ist. Bing ist, weit abgeschlagen, nach Google auf Platz zwei der am meisten genutzten Suchmaschinen.
Aber findet Ecosia auch das, was Google findet? Aus den Google Trends 2019 für Deutschland haben wir folgende Begriffe/Namen sowohl bei Google als auch bei Ecosia eingegeben: „Greta Thunberg“, „Europawahl“, „Artikel 13“, „Sri Lanka“ und „Wie geht Floss Dance“. Google hat in der Regel deutlich mehr Suchergebnisse (nur bei „Artikel 13“ liefert Ecosia mehr). Allerdings sagt die Ergebnisanzahl nichts über die Qualität der Suche. Inhaltlich liefern beide Suchmaschinen dieselben Ergebnisse, allerdings in unterschiedlicher Reihenfolge. Zum Teil sind die relevanteren bzw. aktuelleren Ergebnisse bei Google weiter oben gelistet, was vermutlich auf die größere Nutzerzahl und die damit verbundene größere Vergleichsdatenmenge zurückzuführen ist. Aktuelle Nachrichtenartikel liefern beide Dienste ohne nennenswerte Unterschiede.
Ecosia ist nach eigenen Angaben zwar datensparsam, aber da ist leider wirklich noch Luft nach oben: Datensparsamkeit
Ecosia lässt sich bei den meisten Browsern, ähnlich wie Google, als Standard-Suchmaschine einstellen. Zum Teil sind dafür Add-Ons notwendig. Auch für Mobilgeräte liefert Ecosia eine passende App, sowohl für Android als auch für iOS
(von Anja Bolle)

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