Besuch aus dem Landtag: Politik trifft Medienpädagogik

5.11.2018 | Aus dem NRW Landtag informierten sich Susana dos Santos Herrmann (SPD) und Andreas Kossiski (SPD) im jfc Medienzentrum über Herausforderungen der Digitalisierung in der Medienpädagogik und diskutierten mit Team und Vorstand aktuelle Fragestellungen und Methoden.



Am Montag, dem 29.10., besuchte Susana dos Santos Herrmann, SPD das jfc Medienzentrum. Sie vertritt als SPD Abgeordnete für Köln den Wahlkreis 18 (Kölner Nord-Osten) im NRW Landtag.
Am Mittwoch, dem 31.10., war Andreas Kossiski, SPD zu Gast, der als SPD Angeordneter ebenfalls Köln, und zwar den Kölner Norden, Wahlkreis 16 im Landtag vertritt. Anlass war der vom Grimme Institut organisierte „Tag der Medienkompetenz“. Hier werden Kontakte zwischen der Politik und den Einrichtungen der Medienbildung in NRW unterstützt.


"Wie geht gutes Leben mit digitalen Medien?"

... diese Frage bewegt Fachkräfte und Eltern, sie ist aber auch in der politischen Debatte angekommen. Wieviel und welcher Medienkonsum sind angemessen? Wie begegnet man Gefahren und Manipulationsversuchen im Netz? Was geschieht mit unseren Daten und denen der Kinder und Jugendlichen? Angesichts der Digitalisierung aller Lebensbereiche gewinnen medienpädagogische Fragestellungen noch weiter an Bedeutung, denn alle Bildungs- und Erziehungsreiche sind gefordert, sich mit der Digitalisierung auseinander zu setzen. Dazu kommen immer mehr Anfragen (auch aus dem Bereich der KITA) im jfc Medienzentrum an. Zugleich muß Medienpädagogik in einem schnellen Rhythmus auf technologische Innovationen reagieren um stetig aktuelle Inhalte und Methoden vorzuhalten. Dafür- und für eine flächendeckende Umsetzung brauchte es im Grunde mehr Ressourcen, wie Gerda Sieben, die Leiterin des jfc betonte. Auffällig sei z.B. das Vordringen auch von kommerziellen Anbietern in die Medienbildung. Anbieter, die möglicherweise nicht nur die Jugendhilfe im Sinn haben.



Beeindruckt zeigten sich die Abgeordneten von der Vielfalt und Praxisnähe des jfc Medienzentrums, das mit Angeboten im Bereich Foto, Video, Audio, Film, Computermedien, digitalen Techniken (FabLab) Kompetenzen in allen alle Mediensparten vermittelt. Ziele sind dabei das aktive Medienmachen, Medienkultur und Medienkritik und Grundkenntnisse in technischen Medienkompetenzen. Hierzu arbeitet das 15-köpfige Team des jfc Medienzentrums sowohl direkt mit Kindern und Jugendlichen als auch mit Fachkräften der Jugend- und Kulturarbeit, des Ganztages und mit Eltern.

Gegen digitale Spaltung


Beide Gäste wollten wissen, wie das jfc Medienzentrum benachteiligte Kinder und Jugendliche erreicht. Sie erfuhren, dass die meisten Angebote des jfc in sogenannten Sozialräumen, als mobile Angebote in Kooperation mit Jugendzentren, in Verbindung mit ärmeren Kommunen in NRW und mit dem Ganztag umgesetzt werden und so tatsächlich da ankommen, wo der Bedarf groß ist. Auch junge Geflüchtete und Kinder mit Handicap werden systematisch in die Angebote einbezogen. z.B. beim Kinderfilmfestival CINEPÄNZ oder beim NRW Kamerakinder-Foto-Run und Challenge. Eine Gruppe der Kreativhelden trifft sich beispielsweise regelmäßig in Chorweiler, ein Kulturrucksackprojekt zum Thema Angsträume wird in Köln Kalk umgesetzt. Da Kinder und Jugendliche meist ganztägig in der Schule sind und immer weniger Zeit für freie Angebote am Nachmittag haben, werden vermehrt in Kooperationen mit dem Ganztag, Ferien- und Wochenendangebote durchgeführt.


Perspektiven


Susana dos Santos Herrmann, SPD und Andreas Kossiski, SPD konnten auch die Pläne für neue Räume im Clouth Gelände vorgestellt werden. Der Rat der Stadt Köln hatte Ende 2016 den Umzug des jfc in diese neuen Räume beschlossen. Damit wird aus der jetzigen beengten Büroetage ein echtes Medienzentrum mit kind- und jugendgerechten Räumen, die es erlauben, neben den bisherigen mobilen Angeboten auch zentrale Veranstaltungen z.B. attraktive Ferienangebote, regelmäßige Gruppen, Events und Tagungen zu organisieren. Die Gäste begrüßten diese zusätzliche Chance, das medienpädagogische Angebot in Köln und NRW weiterzuentwickeln.

Susana dos Santos Herrmann, SPD Andreas Kossiski, SPD

Der Gedankenaustausch zwischen pädagogischer Praxis und Politik war inspirierend und - da waren sich alle einig - sollte fortgesetzt werden.

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