jfc-Info|Dezember 2011: Highlights, HD-Videos, Hänsel&Gretel


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                                             jfc-Info|Dezember 2011


Hallo liebe LeserInnen,

ein trubeliges Jahr liegt hinter uns: Von der „Comics Against
Racism“-Jugendbegegnung beim internationalen Comicfestival
Angoulême im Januar bis zur Medienpädagogischen Börse im Dezember
reihte sich Veranstaltung an Veranstaltung. In ganz NRW und
europaweit waren die mobilen Teams des jfc Medienzentrums unterwegs
und organisierten Fortbildungen, Workshops, Seminare, Festivals und
Jugendbegegnungen. Unsere eigenen Räumlichkeiten wurden derweil
komplett renoviert und mit neuen Radio- und Videostudios sowie
einem erweiterten Technikverleihpool ausgestattet. Einige
Highlights des Jahres können Sie unten finden; außerdem aktuelle
News aus unserer Arbeit.

Schöne Feiertage wünscht das Team des jfc Medienzentrums!


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                                                             Inhalt


1|Das jfc Medienzentrum wünscht ein fröhliches Weihnachtsfest ...
2|„Pen Pals“ – eine internationale Dokumentation
3|KultOhr geht on Air!
4|Preisvergabe bei Cinepänz
5|Verbindung von Kunst und Medien fasziniert
6|Schüler befragen KZ-Überlebenden
7|jfc-Highlights 2011


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  1|Das jfc Medienzentrum wünscht ein fröhliches Weihnachtsfest ...


... und ein glückliches neues Jahr! Für die gute Zusammenarbeit
und Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken!

Das Jahr 2011 war für das jfc Medienzentrum ein gutes und
erfolgreiches Jahr. 
Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir viele interessante
Projekte, Weiterbildungen und fantasievolle Medienangebote mit
Kindern und Jugendlichen realisieren. Den Umbau unserer Räume am
Hansaring haben wir mit viel Kraft und Eigeninitiative umgesetzt
und klopfen uns nun den Staub aus den Haaren. Wir freuen uns, sie
alle im neuen Jahr in unseren hellen Räumen mit verbesserten
Studioplätzen begrüßen zu können!

Das Team des jfc wünscht allen ein frohes Fest und ein glückliches
neues Jahr!


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                   2|„Pen Pals“ – eine internationale Dokumentation


Internationale Facebook-„Brieffreundschaften“ als Basis eines
Dokumentarfilms von und über Jugendliche in Europa 2011: Am 26.
November hatte „Pen Pals“ Premiere in Amsterdam, ab sofort ist der
Film auch online betrachtbar.

Während sich in Köln das Kinderfilmfest CINEPÄNZ dem Ende zuneigt,
gab es in Amsterdam eine weitere Filmpremiere mit Beteiligung des
jfc Medienzentrums: Die internationale Dokumentation „Pen Pals –
meeting People, sharing Realities“ hatte Premiere im Forum Mozaik.

Europa 2011: Tan (19) aus der Stockholmer Trabantenstadt Husby
möchte Kids aus seiner Nachbarschaft Zukunftsperspektiven geben.
Arif (16) produziert unter dem Motto „Mein Bezirk“ Musikvideos mit
jungen Rappern aus ganz Köln, um die alten Grabenkämpfe zwischen
den verschiedenen Stadtteilen zu überwinden. Xanadu (22) träumt von
einer Zukunft als Journalistin – weit weg von ihrer Heimatstadt
Rotterdam, irgendwo auf der Welt „where the story will lead me“.
Gino (16) aus Pécs in Ungarn berichtet über Diskriminierung von
Roma durch rassistische Politker. Noemi (19) ist Teil einer
Jugendmedieninitiative in Florenz, die unabhängige
Berichterstattung abseits der Berlusconi-Medienimperien betreibt. 

Das Projekt „Pen Pals“, angestoßen von UCeeStation Amsterdam
(www.uceestation.nl), brachte rund 20 junge Ungarn, Italiener,
Schweden, Deutsche und Niederländer zunächst via Facebook
miteinander in Kontakt. Als „Brieffreunde“ diskutierten die
Teilnehmenden – überwiegend in lokalen Jugend(-medien-)gruppen
aktiv – über alltägliche und politische Themen. Im zweiten Schritt
besuchte dann jede Gruppe ein anderes Land und dokumentierte das
Leben der Gastgeber. Im dritten und letzten Schritt entstand aus
den diversen Videomaterialien ein 46-minütiger Dokumentarfilm.

Gestern, am 26.11.2011, hatte der „Pen Pals“-Film im vollbesetzten
Podium Mozaiek Amsterdam Premiere. Mit von der Partie: Teilnehmende
aus Schweden, den Niederlanden und auch die vom jfc Medienzentrum
koordinierte deutsche Gruppe. Der Film kann ab sofort in
HD-Qualität online betrachtet werden: http://bit.ly/uXtpDX


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                                             3|KultOhr geht on Air!


Jetzt geht\'s los: Die jungen Kulturreporter von „KultOhr“ starten
am So, den 25.12.11 ihre erste Sendung!

Passend zum 1. Weihnachtstag hat sich die Redaktion ein ganz
besonders fantasievolles Thema ausgesucht: „Hänsel und Gretel“!
Eine Stunde lang wird es um alle möglichen Varianten und Spielarten
des Märchens gehen: Dafür sprachen sie mit einem Literaturdozenten/
„Märchenexperten“ der Universität zu Köln über Hintergründe und
Bedeutungen der Erzählung und befragten eine Sängerin der Kölner
Kammeroper zur gleichnamige Oper. Außerdem erlebten sie
Erstaunliches im Theaterstück des Schauspiel Kölns und texteten,
rappten und dichteten auch noch fleißig selbst!

Neugierig geworden? Dann nächsten Sonntag um 20.04 Uhr Radio Köln
auf 107,1 einschalten!

Weiter Infos: www.kultOhr-koeln.de


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                                        4|Preisvergabe bei Cinepänz


Die Kinderjury des 22. Kölner Kinderfilmfests vergab auf der
Abschlussveranstaltung am 27. November den Cinepänz-Preis.

Mit der Preisvergabe endete am Sonntag das neuntägige
Kinderfilmfest Cinepänz. Wie spannend, unterhaltsam und
beeindruckend Kinder- und Jugendfilme sein können, zeigte sich
erneut bei diesem 22. Kinderfilmfestival in Köln. In ca. 140
Vorstellungen und begleitenden Veranstaltungen kamen Filme aus 17
Nationen in vier Kölner Kinos und zehn Bürgerhäusern und
Jugendeinrichtungen zur Aufführung. 7.000 Kinder und ihre Eltern
oder Lehrer besuchten die Vorstellungen. Besonders die Lehrer und
ihre Schüler legten großen Wert auf die Gespräche nach den
Filmereignissen.
Dazu waren Produzenten, Regisseure oder Darsteller eingeladen. Sie
informierten aus erster Hand und wurden mit Fragen der jungen
Zuschauer bestürmt. So beantwortete der Darsteller Josef Mattes
beim Film „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ die zahlreichen
Fragen der jungen Zuschauer. Die finnische Regisseurin Marja Pyykkö
stellte ihren Film „Run Sister Run!“ vor. Das Kölner Trickstudio
Lutterbeck präsentierte die Molly-Monster Weihnachtsfolge „Molly
und das Weihnachtsmonster“, Produzent Ives Ringer beantwortete
Fragen zu seinem Film „Auf leisen Sohlen“.

Spannend wurde es dann bei der Abschlussveranstaltung, als die
Kinderjury den Cinepänz-Preis vergab. Auf Platz 1 setzten die Kids
die britisch/spanische Koproduktion „Wie man unsterblich wird“, die
das Schicksal eines leukämiekranken Jungen zeigt. Begründung der
Jury: „Wir haben den Film zum Sieger gewählt, weil er Kindern
weltliche Fragen, verschiedene Kulturen und Religionen im
Zusammenhang mit dem Tod so wie andere Lebensweisen näher bringt.
Sam und Felix zeigen uns, dass man selbst in einer aussichtslos
erscheinenden Lebenssituation nicht den Mut verlieren, weitermachen
und sich seine Wünsche erfüllen soll.“
 
Cinepänz-Leiter Joachim Steinigeweg freute sich über den
gelungenen Abschluss der Festivalwoche und gab gleich den Termin
für CINEPÄNZ im kommenden Jahr bekannt. Das Festival läuft vom 17.
bis 25. November 2012.


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                       5|Verbindung von Kunst und Medien fasziniert


Kunst und Medien rücken durch digitalisierte und vernetzte Technik
immer enger zusammen. Jugendliche nehmen Kunst und Kultur
wesentlich über Medien wahr. Das jfc Medienzentrum gewinnt Partner
der kulturellen Bildung für einen zukunftsweisenden Dialog.

Der Saal im Rautenstrauch-Joest Museum in Köln ist dicht gefüllt:
Mehr als 160 Fachkräfte aus Medienarbeit, kultureller Bildung und
Jugendarbeit sind gekommen, um Ideen und Ansätze auszutauschen. 22
Facheinrichtungen aus NRW stellen ihre Arbeit mit Blick auf die
kreative und künstlerische Nutzung von Medien vor; ein dichtes
Tagungsprogramm liefert Inhalte und gibt Anlass für Debatten.

Prof. Klaus Schäfer, Staatssekretär im Ministerium für Familie,
Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, das die medienpädagogische
Börse regelmäßig fördert, betont in seiner Rede die Bedeutung der
kulturellen Bildung für das gelingende Aufwachsen von Kindern und
Jugendlichen. Zeitgemäße kulturelle Bildung umfasse notwendig auch
den kreativen und kritischen Umgang mit digitalen Medien. Hier
lägen wichtige Chancen für eine zukunftsfähige Entwicklung beider
Bereiche.

Bisher, so wurde in den Diskussionen deutlich, konzentriert sich
kulturelle Bildung in ihren Einrichtungen noch stark auf die
Umsetzung klassischer Kunst- und Kulturformen und öffnet sich nur
zögerlich den digitalen Medien und dem „Kulturraum Netz“. Auch wenn
Dr. Eva Bürgermeister für die Bundesvereinigung kulturelle
Jugendbildung und Kurt Eichler für die Landesvereinigung kulturelle
Jugendarbeit die Notwendigkeit einer stärkeren Öffnung der
kulturellen Bildung für Medien betonten, fehlen
Fortbildungsinitiativen und die Entwicklung konkreter methodischer
Ansätze. Hier möchte das jfc Medienzentrum mit der Entwicklung
passgenauer Angebote die Kooperation mit der kulturellen Bildung
voranbringen. Ein Seminar zum Thema „Kreativ im Netz - Umgang mit
Rechten“ wird im Februar 2012 starten, Entwicklungslabore für neue
Methoden und Herangehensweisen mit Fachkräften und Künstler/innen
werden folgen.

Die durch das kooperative Konzept der Börse gestärkten Beziehungen
zwischen Medienbildung und kultureller Bildung sollen – das
betonten Christine Exner (LKJ) und Gerda Sieben (jfc) –
weiterentwickelt werden.


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                                 6|Schüler befragen KZ-Überlebenden


Im Rahmen der Schulkinoreihe CINEPOINT sahen Hauptschüler den Film
„Nacht und Nebel“ und sprachen mit einem Überlebenden der
nationalsozialistischen Konzentrationslager.

Jugendliche über die Zeit des Nationalsozialismus zu informieren
ist ein stetiges Anliegen des jfc Medienzentrum. In der
Schulkinoreihe CINEPOINT gab es heute Gelegenheit, sich mit dem
Thema zu befassen. Eingeladen war mit Michael Emge ein Überlebender
der deutschen Konzentrationslager.

Die anwesenden Hauptschüler sahen zunächst den Film „Nacht und
Nebel“ von Alain Resnais, den dieser 1955 erstellt hatte und der
damals in der jungen Bundesrepublik überhaupt nicht gerne zur
Kenntnis genommen wurde.

Anschließend stellte Michael Emge einen Film vor, den der
Westdeutsche Rundfunk über ihn und eine Reise zu den Orten der
damaligen Konzentrationslager, in denen er festgehalten wurde,
gedreht hatte. Er zeigt einem zwölfjährigen Mädchen, mit dem er die
Liebe zur Musik teilt, die Plätze, an denen er unter grauenvollen
Umständen den Tod der gesamten Familie erleben musste.

Nach den beiden Vorführungen waren die Schüler zum Gespräch
eingeladen. Sie waren von ihrem Lehrer sehr gut vorbereitet worden
und konnten daher eine Menge Fragen stellen, die das Gesehene
vertieften. Wichtig war ihnen, die genauen Daten der Biografie des
Überlebenden zu erfahren, nur langsam konnten sie sich an die
Vorstellung herantasten, dass Herr Emge im gleichen Alter wie sie
war, als er inhaftiert wurde.

Auch über sein heutiges Verhältnis zu den Deutschen wurde er
befragt, ebenso über seine Gefühle heute zur damaligen Zeit. Das
Geständnis von Herrn Emge, dass er seit seiner Zeit im
Konzentrationslager kaum Gefühle empfinden könne, vor allem seitdem
niemals mehr ein Gefühl des Glücks gespürt habe, bestürzte die
Schüler.

Herr Emge gab den Schülern die Mahnung auf den Weg, in ihrem
Alltag, untereinander, im kleinen Kreis auf Zeichen rechter
Unkultur zu achten und frühzeitig vorzubeugen. Gerade für die
Migrantenkindern unter den Schülern sei es wichtig, das Gefühl zu
bekommen, dass sich die grauenvollen Ereignisse der damaligen Zeit
nicht mehr wiederholen.


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                                              7|jfc-Highlights 2011


35 Jahre jfc Medienzentrum, 10 Jahre im HipHop-Netzwerk Nippes, 7
Jahre internationales ROOTS & ROUTES Netzwerk ... doch für uns
Kölner sind die schönsten Jubiläen die „schnapszahligen“, und so
war das 22. Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ definitiv eines der
Highlights 2011.

Noch eher neu in Köln: Das Urban Media Festival, das im Oktober
2011 zum zweiten Mal stattfand – mit Workshops,
Kulturveranstaltungen und einer internationalen Begegnung junger
Medienmacher aus 10 Ländern. 
Die Videodokumentation: http://rootsnroutes.eu/video-id1467
Sämtliche Produktionen: http://rootsnroutes.eu/umf

Der Frühherbst stand im Zeichen der yougle!-Tour durch NRW; von
verschiedenen Orten berichteten die yougle!-Reporter im Rahmen von
„yougle! on air“: http://www.yougle.nrw.de/on-air.html

Im August 2011 endete das zweijährige Projekt „Art\'n\'Go“ mit
einer fulminanten Show auf dem Sziget Festival Budapest. Junge
Künstler aus NRW und den ROOTS & ROUTES Partnerländern hatten eine
Inszenierung in 8 Modulen entwickelt, hier ein Ausschnitt:
http://rootsnroutes.eu/video-id1422

Einen Preis gab es für die jfc-Radioredaktion „Listen!“: Ihr
Beitrag über die fiktive Sportart „Borzeln“ gehörte beim Wettbewerb
„Jugend macht Radio“ im Juli zu den Gewinnern; hören kann man ihn
hier: http://www.radio.jfc.info/music-id502

Nach Berlin reisten die jungen Medienkritiker der
spinxx-Redaktionen im Juni: Beim 10. Kritikergipfel stellten die
10- bis 15-jährigen Szenen berühmter Filme an den Originaldrehorten
nach, im Anschluss gab es Workshops in der HFF Babelsberg.
http://spinxx.de/aktionen/kritikergipfel.php

Im Mai veranstalteten wir „The ROOTS & ROUTES Experience 2011“: 50
junge Künstler bereiteten per Online-Kooperation die Bühnenshow
„Jam Karet“ vor, die dann in 5 Tagen eingeprobt wurde. Die
Aufführungen waren so erfolgreich, dass die EU-Kommission die
gesamte Gruppe einlud, bei Gamescom-Festival an drei Abenden den
Kölner Rudolfplatz zu bespielen. Die Mai-Doku:
http://rootsnroutes.eu/video-id1251

2011 erschienen: Die MedienConcret „Digitale Kreativität“
(http://medienconcret.de) und die ROOTS & ROUTES TV Arbeitshilfe
(http://bit.ly/ujQ2qo).


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                                                          Impressum


jfc-Info|Dezember 2011 - 8. Jahrgang, 5. Ausgabe
Auflage: 1504
(c) 2011 jfc Medienzentrum
Redaktionsadresse: redaktion@jfc.info
Redaktion: Sascha Düx
Autoren dieser Ausgabe: Joachim Steinigeweg, Gerda Sieben, Catrin
Ollwig, Nina Stapelfeldt, Sascha Düx
V.i.S.d.P.: Gerda Sieben

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jfc Medienzentrum
Hansaring 84-86
50670 Köln

fon 0221 / 130 56 15-0
fax 0221 / 130 56 15-99

http://jfc.info

Das jfc Medienzentrum (Jugendfilmclub Köln e.V. -
Medieninformationszentrum) ist ein gemeinnütziger Verein und als
freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. Das jfc Medienzentrum wird
gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und
Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesjugendplan) und von der
Stadt Köln (Jugendförderung).


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