Cinepoint - Schule des Sehens

Starkes Schulkino abseits des kommerziellen Mainstreams



Projektstart: 30.6.2010
Projektabschluss: 31.12.2010

Die Schulkinoreihe CINEPOINT – Schule des Sehens lädt Kölner Schüler und Lehrer aller Schulformen ein, das Klassenzimmer mit dem Kinosaal zu tauschen.

Cinepoint - Schule des SehensDie Schulkinoreihe CINEPOINT – Schule des Sehens geht in das fünfte Jahr. Auch in 2010 lädt dieses Angebot der Filmbildung Kölner Schüler und Lehrer aller Schulformen ein, das Klassenzimmer mit dem Kinosaal zu tauschen. Entstanden aus dem Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ und dessen Jugendreihe SEE YOUth, bei dem alljährlich das JFC Medienzentrum Köln Ende November ein breites Spektrum am Kinoveranstaltungen anbietet, sind die Veranstaltungen dieser Reihe mit Namen CINEPOINT speziell auf den Einsatz im Unterreicht abgestimmt. Besonders möchten wir auf die Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Afrika-Filmfestival „Jenseits von Europa XI“ hinweisen, die nicht nur Kino, sondern auch Lesungen, Tanztheater und Radio-Workshops bieten.
Jeweils um 9.30 Uhr bietet CINEPOINT eine monatliche Reihe mit Filmen für jüngere Schüler, um ca. 11.30 Uhr folgt dann ein Film für ältere Schulklassen. Thematisch finden sich Filme, die themenorientiert sind ebenso wie Filmklassiker, die die Schüler kennen sollten.
Stichworte und Altersempfehlungen bieten Hilfestellungen. Wenn pädagogische Materialien existieren unterstützen wir gerne bei der Beschaffung.

Terminübersicht



Mittwoch, 30. Juni 2010
09.30 Uhr – Nomaden der Lüfte
11.15 Uhr – Leroy

Freitag, 10. September 2010
09.30 Uhr – Rot wie der Himmel
11.15 Uhr – Elephant

Mittwoch, 22. September 2010
09.30 Uhr – Vorstadtkrokodile
11.15 Uhr – Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte

Freitag, 24.September 2010-05-21
10.00 Uhr -Kiriku und die wilden Tiere

Mittwoch, 29. September 2010
11.00 Uhr, Gesamtschule Holweide

Donnerstag, 30.September 2010
11.00 Uhr, Gesamtschule Höhenhaus
BAOBAB - Jugendmusik- und Tanzgruppe aus Ghana

Freitag, 1.Oktober 2010
10.00 Uhr - Tage des Ruhms (Indigenes)

Montag, 4.Oktober 2010
11.00 Uhr, Bürgerzentrum Nippes (Altenberger Hof)
Die vergessenen Befreier (À Nos Morts)
Französisches Hiphop-Tanztheater mit deutschen Übertiteln, 90 Minuten
Eintritt: 5 Euro (für Schulklassen nach Anmeldung)

Mittwoch, 27. Oktober 2010
9.30 Uhr – Das große Rennen
11.15 Uhr – Die Fremde

Mittwoch, 10. November 2010
9.30 Uhr – Übergeschnappt
11.15 Uhr – Faust – Eine deutsche Volkssage

Dienstag, 14. Dezember 2010
9.30 Uhr – Unsere Ozeane
11.15 Uhr – Der Club der toten Dichter

Kinderfilme



Mittwoch, 30. Juni 2010, 09.30 Uhr
Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel
Dokumentarfilm Frankreich/DeutschlandSpanien/Italien 2001, Regie: Jacques Perrin, Michel Debats, Jacques Cluzaud, 92 Min., FSK: o.A., empfohlen ab 8 Jahren

Die Wege der Zugvögel in spektakulären, nie vorher gesehenen Bildern.

Dem Lauf der Jahreszeiten folgend, zeigt "Nomaden der Lüfte" Zugvögel auf ihrer Reise von einem Breitengrad zum nächsten. Auf ihrem Weg müssen sie eine Vielzahl von Gefahren überwinden, die jeden Flug zum letzten machen können: das Wetter, die endlosen Weiten des Ozeans, riesige Bergmassive, glühende Wüsten und Raubtiere aller Art. Die Filmemacher folgten den Vögeln mit selbstgebauten Fluggeräten und fügten sich wie selbstverständlich in die Formationen ihrer Darsteller ein. So entstanden sensationelle Naturbilder.

Stichworte: Natur, Tiere, Schöpfung


Freitag, 10. September 2010, 09.30 Uhr
Rot wie der Himmel
Italien 2006, Regie: Cristiano Bortone, mit: Luca Capriotti, Paolo Sassanelli, Rosanna Gentili, 96 Min., ohne FSK, empfohlen ab 9 Jahren
Bewegender Film über einen Jungen, der alles verliert, dem es aber doch gelingt, Glück und Zufriedenheit im Leben für sich neu zu gewinnen.
Der mehrfach preisgekrönte Film basiert auf der Lebensgeschichte von Mirco Mencacci, einem der besten Tongestalter des italienischen Films: Mirco ist ein ganz normales Kind im Italien der frühen 70er-Jahre. Als er durch einen Unfall sein Augenlicht verliert, muss er in ein Internat für blinde Kinder weit weg von seinen Eltern. In Don Giulio findet er einen verständnisvollen Lehrer und in Francesca, der Tochter der Hausmeisterin, eine neue Freundin. Mirco lernt langsam, seine Umwelt durch Geräusche neu zu entdecken. Zuerst ist es die Hausaufgabe zum Thema Jahreszeiten, für die er gemeinsam mit seinem Schulfreund Felice verschiedene Töne und Geräusche zu einem kleinen Hörstück zusammensetzt. Bald wird mehr daraus. Mirco, Francesca und die anderen Kinder beginnen an einem großen Hörspiel mit einer richtigen Geschichte zu arbeiten..
Stichworte: Behinderung, Hören, Lebensmut


Mittwoch, 22. September 2010, 09.30 Uhr
Vorstadtkrokodile
Deutschland 2008, Regie: Christian Ditter, mit: Nora Tschirner, Axel Stein, NickReimann, Fabian Halbig, 97 Min, FSK: ab 6, empfohlen ab 8 Jahren
Erfolgreiche Neuverfilmung des Klassikers der Kinderliteratur von Max von der Grün.
Als Hannes bei seiner Mutprobe zur Aufnahme in die Kinderbande „Vorstadtkrokodile“ fast vom Dach stürzt und an der Regenrinne hängen bleibt, ist es Kai, der im Rollstuhl sitzt, der für Rettung sorgt. Das könnte eigentlich seine Eintrittskarte in die coole Bande sein, wenn er nicht – im Rollstuhl säße. Maria, so etwas wie die Chefin der Gang, ist irgendwann die erste, die ihre Vorurteile überwindet. Aber um den Rest der „Krokodiler“ zu überzeugen, muss Kai erst dafür sorgen, dass die Bande einen Diebstahl aufklärt. – Liebevoll zeichnet der Film das Leben in einer Ruhrgebietsvorstadt, das Leben mit prekären Jobs der Eltern, Vorurteilen gegen Behinderte und Migranten, Kleinkriminalität, aber auch die Kraft, Fantasie und das Durchsetzungsvermögen der Kinder.
Stichworte: Freundschaft, Behinderung, Solidarität


Mittwoch, 27. Oktober 2010, 09.30 Uhr
Das große Rennen
Deutschland/Irland 2008, Regie: André F. Nebe, mit: Paul Donovan, Mcihael Garland, Ailish McElmeel, 84 Min., FSK: ab 6, empfohlen ab 8 Jahren
Mary will Rennfahrerin werden – nicht einfach im ländlichen Irland.
Die elfjährige Mary lebt auf einem Bauernhof in Irland und liebt alles, was Räder hat und möglichst schnell fahren kann. Begeistert investiert der sommersprossige Rotschopf jede freie Minute in ihre selbstgebaute Seifenkiste. Als in ihrem Heimatdorf ein echtes Seifenkistenrennen – inklusive Preisgeld und Pokal – ausgerufen wird, bekommt sie die Chance zu zeigen, was in ihr steckt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Gerade die reichen Jungs aus der Schule gehen mit teurem Material und Edel-Karts an den Start. Als Mary die Hoffnung schon fast aufgeben muss, bekommt sie unerwartete Hilfe. Und es zeigt sich: Alle haben die pfiffige Mary unterschätzt…
Der Film zeigt das schwierige Leben im ländlichen Irland, aber auch die Kraft der Beharrlichkeit und die Bedeutung von Lebensträumen.

Stichworte: Mädchen, Ausgrenzung, Lebenstraum


Mittwoch, 10. November 2010, 9.30 Uhr
Übergeschnappt
Niederlande 2005, Regie: Martin Koolhoven, mit: Jesse Rinsma, Tom van Kessel, Carice van Houten, Frieda Pittoors, 81 Min., FSK: ab 6, empfohlen ab 8 Jahren

Die schwierige Beziehung zwischen einem lebenslustigen Mädchen und ihrer depressiven Mutter in einer berührenden, gleichwohl optimistischen und humorvollen Verfilmung.

Bonnies Mutter ist schon ziemlich „durchgeknallt“: Wenn es ihr gut geht, gibt es Spaß ohne Ende, ansonsten steht sie gar nicht erst auf. Gut, dass Bonnie ihre Großmutter hat, die für ein halbwegs normales Leben sorgt. Das Fürsorgeamt hat bereits ein Auge auf diese „schräge“ Familie geworfen. Und als Bonnies Mutter eines Tages mit einem Elefanten nach Hause kommt, wird die Lage ernst: Bonnie soll ins Heim. Da wird sie sich wohl etwas einfallen lassen müssen, um ihre „übergeschnappte“ Familie beieinander zu halten… - Der Film erhielt den CINEPÄNZ-Preis beim 18. Kölner Kinderfilmfest.

Stichwort: Familie, Krankheit, Verantwortung


Dienstag, 14. Dezember 2010, 9.30 Uhr
Unsere Ozeane
Dokumentarfilm Frankreich/Schweiz/Spanien 2009, Regie: Jaques Perrin, Nicolas Mauvernay, 97 Min., FSK: o.A., empfohlen ab 6 Jahren

Schwelgerische Hymne auf Schönheit und Vielfältigkeit der Weltmeere mit spektakulären Bildern.

Mehr als vier Jahre drehte eine Heerschar von Kameraleuten rund um den Globus an 54 verschiedenen Schauplätzen Bilder, die es bislang noch nicht zu sehen gab. Staunend steht der Zuschauer vor einer Unterwasserwelt, die an Vielfalt und Einzigartigkeit nicht zu überbieten ist. Dabei richten die Filmemacher ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die klassischen Meerestiere, die Delphine und Wale. Auch die kleinen Lebewesen der Tiefe kommen zu ihrem Recht. Auf Augenhöhe begleitet die Kamera die Tiere, so nah wie in diesem Film kommt ihnen kaum jemand. Aber auch die Bedrohung dieser Welt ist nicht ausgespart, wenn wir den Müll zu sehen bekommen, die die Menschen im Meer hinterlassen.

Stichworte: Natur, Meer, Ökologie





Afrikanisches Filmfestival



In Kooperation mit FilmInitiativ Köln werden im Rahmen des Festivals „Jenseits von Europa XI“ – Neue Filme aus Afrika“ (vom 19. September bis 4. Oktober) nicht nur Filmevorstellungen für Schulen angeboten, sondern auch westafrikanische Musik der Kinderkarawane aus Ghana und ein Hiphop-Tanztheater von MigrantInnen aus Straßburg!


Freitag, 24.9., 10.00 Uhr, Filmforum NRW
Kiriku und die wilden Tiere *
Zeichentrickfilm, Frankreich 2005, Regie: Michel Ocelot uind Bénédicte Galup, 75 min; dt. Fassung, empfohlen ab 6 Jahren
Ein zauberhaft farbenfroh gezeichneter Film, basierend auf Märchen aus Westafrika wie sein Vorläufer „Kiriku und die Zauberin“ aus dem Jahre 1998. Aufgrund der begeisterten Reaktionen der Kinder beim letzten Afrika-Filmfestival wieder im Programm.
Ein alter, weiser Mann sitzt vor seiner Höhle und erzählt voller Bewunderung von den Heldentaten Kirikus. Kiriku ist ein Knirps, der den Erwachsenen gerade mal bis zu den Knien reicht, aber er ist schlau und seine Abenteuer schildern auch den Überlebenskampf in seinem Dorf in der Nähe des Kilimandscharo. Kiriku geht auf Reisen durch Wüste und Dschungel und entdeckt dabei wilde Tiere und die Schönheiten Afrikas. Sein größtes Abenteuer führt ihn zu der Zauberin Karaba, die nicht nur böse ist, sondern auch gefährlich.
Stichworte Märchen, Dritte Welt, Zeichentrickfilm
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Allerweltskino Köln



Mittwoch, 29.9., 11.00 Uhr, Gesamtschule Holweide
Donnerstag, 30.9., 11.00 Uhr, Gesamtschule Höhenhaus

BAOBAB
Eine Jugendmusik- und Tanzgruppe aus Ghana zu Gast in Kölner Schulen
Die Veranstaltung kann auch von Klassen aus anderen Schulen besucht werden.
(Dauer des Auftritts: ca. eine Stunde) Empfohlen für alle Altersstufen.
Auf Einladung der 11. Kinderkulturkarawane gastiert die „Baobab Culture Troupe“ aus Ghana in Köln. Die 16 DarstellerInnen im Alter von 9 bis 17 Jahren präsentieren Musik, Tänze und Theatersketche aus ihrer westafrikanischen Heimat.
In Ghana sind traditionelle Trommelmusik und Tänze sehr verbreitet. Die Kulturgruppe BAOBAB wurde 2004 von dem Trommel- und Tanzlehrer Moses Matthew Hooper gegründet. Jeden Mittwoch probt er in einem Zentrum in Accra mit mehr als 100 Kindern und Jugendlichen. Viele von ihnen leben auf der Straße und schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Eine Stiftung setzt sich für die Rechte dieser Kinder ein und unterstützt die Kulturarbeit mit ihnen. So lernen sie traditionelle Instrumente zu spielen und in kurzen Tanzdramen thematisieren sie gesellschaftliche Probleme, mit denen sie täglich konfrontiert sind, wie z.B. AIDS und Teenagerschwangerschaften.
Stichworte Straßenkinder, westafrikanische Kultur, Ghana, Musik
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Institut Equalita e.V.


Freitag, 1.10., 10.00 Uhr, Filmforum NRW

Tage des Ruhms (Indigenes)
Spielfilm, Algerien/Marokko/Frankreich/Belgien 2006, Regie: Rachid Bouchareb, 119 min; OF m. dt. UT, freigegeben ab 12 Jahren, empfohlen ab 14 Jahren
Bewegender Spielfilm über vier Kolonialsoldaten aus Nordafrika, die im Zweiten Weltkrieg erst in Italien, dann in der Provence und schließlich im Elsass für die Befreiung Europas von der Naziherrschaft kämpften.
Mit großartigen Schauspielern, die beim Filmfestival in Cannes 2007 kollektiv als beste männliche Hauptdarsteller ausgezeichnet wurden, und bewegenden Bildern über das Kriegsgeschehen erzählt dieser Film am Beispiel seiner vier Protagonisten von der weitgehend vergessenen Beteiligung Zehntausender afrikanischer Soldaten an den alliierten Landemanövern in Südfrankreich und entlang der eisigen Fronten des letzten Kriegswinters in Europa. Bilder von französischen Friedhöfen, auf denen afrikanische Gefallene begraben sind, sowie von erbärmlichen Wohnheimen, in denen Veteranen aus dem Maghreb, die in Frankreich geblieben sind, bis heute leben müssen, verweisen auf die Geschichtsvergessenheit in Europa und die anhaltende Diskriminierung der Kolonialsoldaten in Frankreich.
Stichworte Kolonialismus, Afrika im Zweiten Weltkrieg, Rassismus
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Allerweltskino Köln



Montag, 4.10., 11.00 Uhr, Bürgerzentrum Nippes (Altenberger Hof)
Eintritt: 5 Euro (für Schulklassen nach Anmeldung)

Die vergessenen Befreier (À Nos Morts)
Französisches Hiphop-Tanztheater mit deutschen Übertiteln, 90 Minuten
Im Anschluss Diskussion mit den DarstellerInnen möglich
Empfohlen ab 14 Jahren
Mit Hiphop-Songs und poetischen Texten, Break-Dance und einer hinreißenden Choreographie erinnert diese Performance an die Millionen Soldaten aus den französischen Kolonien, die in den beiden Weltkriegen an vorderster Front für Frankreich gekämpft haben, aber heute weitgehend vergessen sind.
Die Theatergruppe „Compagnie Mémoires Vives“ ist ein Zusammenschluss von KünstlerInnen, MusikerInnen, HistorikerInnen und SozialarbeiterInnen. Seit ihrer Gründung im Jahre 1996 verfolgt das Hiphop-Projekt aus den Straßburger Banlieues das Ziel, in einer von Migration geprägten Gesellschaft an vergessene Aspekte der (Kolonial-)Geschichte zu erinnern. Die Deutschlandpremiere des Stücks „Die Vergessenen Befreier“ feierten 800 begeisterte ZuschauerInnen in Berlin mit standing ovations. Die Kölner Aufführung bildet einen Höhepunkt im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln.
Stichworte Kolonialismus, Afrika im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Hiphop

Angebote für SchülerInnen zur Ausstellung
„Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ im NS-Dokumentationszentrum



Führungen für Schulklassen
Die Vorführung des Films „Tage des Ruhms“ und die Aufführung des Hiphop-Tanztheaters „Die vergessenen Befreier“ sind Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg", die vom 15.9.2010 bis zum 16.1.2011 im NS-Dokumentationszentrum zu sehen ist. Führungen durch diese Sonderausstellung für Schulklassen sind möglich. Informationen zur Ausstellung und zur Anmeldung unter: www.ns-dok.de

„listen!“ – Das Radio-Projekt für Jugendliche des jfc Medienzentrums
Die Jugendredaktion "listen!" des jfc Medienzentrums produziert regelmäßig Sendungen für den Bürgerfunk des Kölner Lokalradios. Von September bis Januar sollen auch Beiträge zur Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ und über die zahlreichen Begleitveranstaltungen dazu erstellt werden. Die besten davon sollen im Januar in einer Sondersendung vorgestellt und auf die Internetseite des Ausstellungsprojekts (www.3www2.de) gesetzt werden.
Die Rheinklang-Medien GmbH, in deren Studios die Video- und Hörstationen für die Ausstellung erstellt wurden, wird die professionelle Produktion ausgewählter Beiträge unterstützen.
Schülerinnen und Schüler, die selbst Töne einfangen, Interviews führen, Audiodateien schneiden und Radiobeiträge produzieren wollen, wenden sich an:


Lesungen über Kindheit im Krieg in Shanghai und Deutschland
Peter Finkelgruen (jüdischer Schriftsteller aus Köln) und seine Frau Gertrud Seehaus bieten Lesungen, Gespräche und Spiele für Kinder (4-6 Schuljahr), Eltern und Großeltern an. Als Grundlage dafür dient ihr Buch „Opa und Oma hatten kein Fahrrad“ über Kriegserlebnisse in Shanghai und im Saarland bzw. Bonn. Finkelgruen ist im jüdischen Ghetto von Shanghai geboren und hat dort seinen Vater verloren, Seehaus hat den Krieg als Kind in Deutschland miterlebt.
Kontakt: finkelgruen@gmx.net, Tel: 0221 - 2828309

Jugendfilme




Mittwoch, 30. Juni 2010, 11.15 Uhr
Leroy
Deutschland 2007, Regie Armin Völckers, mit: Alain Morel, Anna Hausburg, Constantin von Jascheroff, 89 Min., FSK: ab 12, empfohlen ab 13 Jahren
Satirische Jugendkomödie mit einem coolen Soundtrack, die Intoleranz und Dummheit mit schwarzem Humor begegnet.
Der 17-jährige Afrodeutsche Leroy fühlt sich wohl in seiner Haut – bis er sich in die blonde Eva verknallt. Denn die hat ein paar kahl rasierte Glatzen als Brüder, und ihr Vater ist Verbandsvorsitzender bei der örtlichen Rechtspartei. So lässt Evas Familie nichts unversucht, um die beiden auseinander zu bringen. Doch Leroy ist bereit, mit Witz und List für seine Liebe zu kämpfen. Dem schwierigen Thema Rassismus nähert sich der Film ohne moralischen Zeigefinger: Vorurteile und Klischees werden unverkrampft demontiert und die braunen Brüder mit ihren dummen Parolen einfach lächerlich gemacht. Ein etwas anderer Jugendfilm, der von überzeichneten Charakteren, cooler Musik und witzigen Dialogen lebt.
Stichworte: Rechtsextremismus, Rassismus, Jugendkulturen, Vielfalt


Freitag, 10. September 2010, 11.15 Uhr
Elephant
USA 2003, Regie: Gus van Sant, mit: Alex Frost, Eric Deulen, John Robinson, 81 Min., FSK: ab 12, empfohlen ab 14 Jahren

Bedrückender filmischer Versuch, sich mit Amok-Läufen an Schulen auseinander zu setzen.

Scheinbar grundlos richten zwei Schüler an einer amerikanischen High School unter ihren Mitschülern ein Blutbad an. Das konsequent aus der Opferperspektive gefilmte Drama stellt die fiktiven Ereignisse nahezu in Echtzeit dar und verweigert sich allen Erklärungsversuchen. Die kühl-distanzierte Haltung des mit Laien inszenierten Films verstört auch deshalb nachhaltig, weil er sich über weite Strecken die Mühe macht, die späteren Opfer des Massakers in ihrer alltäglichen Normalität darzustellen und als Menschen erlebbar zu machen.
DerRegisseur schuf mit „Elephant“ einen beeindruckenden Film, der die Aspekte des Amoklaufs beinahe klinisch analysiert und darstellt.
Filmexperte Manuel Koch analysiert anschließend den Film und leitet das Gespräch zum Thema.

Stichworte: Amoklauf, Schule, Mobbing, Gewalt


Freitag, 22. September 2010, 11.15 Uhr
Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
Dokumentarfilm Deutschland 2009, Regie: Birgit Schulz, 94 Min., FSK: ab 12, empfohlen ab 14 Jahren

Filmische Dokumentation über die Lebenswege von Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler.
Anfang der Siebziger Jahre kämpfen drei linke Anwälte gegen die BRD als restriktiven Staat. Vor Gericht verteidigen sie Menschen, die als Staatsfeinde und Terroristen gelten. Heute ist der eine Bundesinnenminister a.D., der zweite das linke Gewissen der Partei der Grünen, der dritte ist ein als Holocaust-Leugner verurteilter Rechtsextremist. Und es gibt nichts, was sie heute noch verbindet. Regisseurin Birgit Schulz spricht vor der Kamera mit den Anwälten über die Zeit, in sie die Mitglieder der RAF (Rote Armee Fraktion) verteidigten, und über ihre politischen Ideale damals und heute. Dabei glaubt jeder der drei, sich treu geblieben zu sein…
Die Regisseurin Birgit Schulz und der Autor des Buchs zum Film Martin Block sprechen nach der Vorführung über den Film und sein Thema.

Stichworte: Politik, Geschichte, Recht


Mittwoch, 27. September 2010, 11.15 Uhr
Die Fremde
Deutschland 2009, Buch und Regie: Feo Aladag, mit: Sibel Kekilli, Derya Alabora, Blanca Apilanez Fernandez, 123 Min., FSK: ab 12, empfohlen ab 14 Jahren

Packende Geschichte um den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben und einem Ehrenmord in einer türkischen Familie.

Als Umay aus der tristen Trabantenstadt in Istanbul fliehen will, sieht sie nur einen Ausweg: Sie geht zu ihren Eltern nach Berlin. Zu brutal war ihr Ehemann, zu lieblos ihr Alltag bei dessen Familie. Mit ihrem Sohn Cem möchte sich Umay in Berlin ein neues Leben aufbauen, möglichst selbstbestimmt und unabhängig soll ihre Zukunft sein. Verständnis dafür sucht sie bei ihrem Vater, bei ihrem Brüdern. Die allerdings sehen die Ehre der Familie gefährdet…
Das Thema des so genannten Ehrenmordes greift dieser Film auf, und er betrachtet sein Sujet geanuestens von allen Seiten. Sehr sorgfältig werden die Motive von Umays Familie untersucht, ihre Zerrissenheit gezeigt, aber auch Umays Sehnsucht danach, aufgehoben zu sein. Sibel Kekilli als Darstellerin der Umay erbringt in diesem Film ihre beste Leistung.

Stichworte: Familie, Interkulturalität, Freiheit, Migration


Mittwoch, 10. November 2010, 11.15 Uhr
Faust – Eine deutsche Volkssage
Stummfilm mit Live-Musik, Deutschland 1926, Buch und Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, ca. 98 Min., ohne FSK, empfohlen ab 12 Jahren
Klassiker der deutschen Filmgeschichte nach dem Werk von Goethe, live begleitet vom Kölner Stummfilmmusiker Wilfried Kaets.


Basierend auf Motiven des Goethe-Klassikers erzählt „Faust“ die Geschichte des gleichnamigen Gelehrten, der von Mephisto in Versuchung geführt wird. Mephisto hatte in einem Streit mit dem Erzengel Gabriel behauptet, er könne jeden Menschen vom Weg Gottes abbringen. Um den alten Faust zu verführen, lässt Mephisto das Land von der Pest heimsuchen; da die sterbenden Menschen den Gelehrten um Hilfe anflehen und dieser trotz seiner Gebete keine Hilfe von Gott erhält, sucht er Rat beim Teufel. Umm ihn für sich zu gewinnen, verspricht Mephisto Faust die ewige Jugend und alle Schätze dieser Welt. Faust lässt sich auf den Pakt ein und verschreibt damit seine Seele dem Teufel. Jedoch spätestens als er das junge und unschuldige Gretchen kennen- und liebenlernt und damit ins Unglück stürzt, zweifelt Faust am teuflischen Pakt.
Der Stummfilmmusiker Wilfried Kaets führt nach dem Film gemeinsam mit dem Filmreferenten Joachim Steinigeweg ein Gespräch mit den Schülern.
Stichworte: Literaturverfilmung, Filmgeschichte, Klassiker, Stummfilm, Musikbegleitung


Dienstag, 14. Dezember 2010, 11.15 Uhr
Der Club der toten Dichter
USA 1989, Regie: Peter Weir, mit: Robin Williams, Robert Sean Leonard,Ethan Hawke, 128 Min., Englisches Original mit deutschen Untertiteln, FSK: ab 12, empfohlen ab 14 Jahren

Klassiker des Jugendfilms um das Wesen von Erziehung und Persönlichkeitsbildung in der englischen Originalfassung mit Untertiteln..

Herbst 1959: In der traditionellen elitären Welton Academy an der amerikanischen Ostküste beginnt das neue Schuljahr. In diesem Jahr wird den Zöglingen ein neuer Englischlehrer vorgestellt, Professor John Keating. Durch seine unkonventionelle Art des Unterrichts macht er sich bei den Kollegen verdächtig, bei den Schülern jedoch beliebt. "Carpe diem - Nutze den Tag", ist sein Wahlspruch. "Macht euer Leben außergewöhnlich", ermutigt er die Eleven, die in der genormten Wirklichkeit des Internats kaum die Möglichkeit haben, Fantasie und Kreativität zu entwickeln. Seine Methoden der Wissensvermittlung bestärken die Jungen in ihrer Individualität. Durch die neu gemachten Erfahrungen fühlt sich einer der Schüler in seinem Selbstbewusstsein soweit ermutigt, dass er gegen seinen strengen Vater rebelliert ...

Filmexperte Manuel Koch analysiert anschließend den Film und leitet das Gespräch zum Thema.

Stichworte: Schule, Bildung, Persönlichkeit, Autorität, Solidarität





Eintritt: 3,00 Euro
Anmeldung beim JFC Medienzentrum ist dringend erforderlich!

Veranstaltungsort:
Filmforum im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, Köln

Veranstalter:
jfc Medienzentrum Köln, Hansaring 84 – 86, 50670 Köln

In Kooperation mit dem Kompetenzteam Köln, Medienberatung
mit Unterstützung des Ministerpäsidenten des Landes NRW

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