Mehr als 20.000 Unterschriften für die Change.org-Petition gegen die Kürzungen der Kulturpädagogischen Facheinrichtungen in Köln (Stand: 01.10.2026)
Petition unter: www.change.org/Kürzungen_Kulturpädagogik
Der Haushaltsentwurf der Stadt Köln sieht die Kürzung der Strukturförderung der elf Kulturpädagogischen Facheinrichtungen in Höhe von 25-50% vor. Das wäre für die Hälfte der Einrichtungen existenzgefährdend und auch bei den anderen bedeutet das erhebliche Angebotseinschränkungen und Entlassungen. Gerade in Zeiten grassierender Einsamkeit unter jungen Menschen ist das ein fatales Zeichen: Denn mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche erreichen die kulturpädagogischen Facheinrichtungen pro Jahr.
Die von der Stadt geplanten Kürzungen umfassen pro Jahr 440.000 Euro. Dabei profitiert die Stadt von den Förderungen selbst: Mit dem Geld holen die Einrichtungen pro Jahr über 3 Millionen Euro Drittmittel nach Köln. So bringt jeder investierte Euro sieben Euro zusätzlich in die Stadt.
Die zusätzlichen Drittmittel fließen größtenteils in kostenfreie Angebote.
Mitte Oktober entscheidet der Stadtrat – doch wir geben nicht auf
„Theater, Zirkus, Musik, Bildende Kunst helfen Kindern, sich auszudrücken, sich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Für viele sind wir wichtige Orte nach der Schule.”, betont Eva Adorjan, Leiterin des LATIBUL Theater- & Zirkuspädagogisches Zentrums. „Wir bangen jetzt um unsere Zukunft, aber wir geben nicht auf! Mitte Oktober entscheidet der Kölner Stadtrat. Wir fordern die Rücknahme der Kürzungen bei der Kulturpädagogik!”
Betroffen sind: JFC Medienzentrum, Kölner Spielecircus, Kölner Spielewerkstatt, Kunstschule Rodenkirchen, LATIBUL Theater- & Zirkuspädagogisches Zentrum, MukuTathe, Offene Jazzhausschule, Theater ImPuls, Roots&Routes
Doch jetzt formiert sich Widerstand: Die Einrichtungen haben Mitte September eine Petition auf Change.org gegen die Kürzungen aufgesetzt und bereits über 20.000 Unterschriften (Stand: 01.10.2026) gesammelt. Die Zahl steigt dabei stetig.
Die hohe Unterstützung aus der Bevölkerung ist ein klares Signal für den Erhalt und Stabilisierung dieser Einrichtungen trotz angespannter Haushaltslage.
Viele der Unterzeichner weisen darauf hin, dass es in der aktuellen politischen Lage fatal wäre, bei den Angeboten für Kinder und Jugendliche zu sparen und ihre Repräsentationsräume so einzuschränken.
„Es ist für eine demokratische Gesellschaft so wichtig, dass jeder Mensch so früh wie möglich in Gemeinschaft Sozialkompetenzen entwickeln kann, Beteiligung an Prozessen erfährt und Entscheidungen treffen kann, die auf eigenen Erfahrungen und im Austausch mit anderen beruhen. […] Besonders für Kinder, die wenig Unterstützung und Hilfe in Schule und Familie erfahren, sind soziale Projekte ein wichtiger Kompass! Damit stärken wir sie nicht nur persönlich, sondern unterstützen sie dabei, zu erfüllten und verantwortungsvollen Mitmenschen heranzuwachsen und davon profitieren wir alle.
Die finanzielle Unterstützung für kulturpädagogische Projekte zu streichen ist fatal und ein Signal in die falsche Richtung!“ – heißt es unter den Kommentaren.
„Die Stadt muss endlich die pädagogische Bedeutung der Kultur- und Sportvereine für die soziale Gesundheit unseres Landes erkennen. Genau hier wird Kindern und Jugendlichen ein faires Miteinander beigebracht. Die Vereine leisten das, wofür in den Schulen und oft auch in den Familien nicht genug Zeit vorhanden ist oder die pädagogischen Fähigkeiten fehlen. Die Politik muss dafür sorgen, dass diese wertvolle Arbeit nicht länger von Ehrenamtlichen oder unterbezahlten Kräften getragen wird. […] Hier ist der Platz für die effektivste Investition in die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland.“ -fordert ein weiterer Unterstützer auf der Petitionsseite.
Für die Kulturpädagogischen Facheinrichtungen ist der Kampf gegen die Kürzungen und der Erhalt der Status Quo der Strukturförderung nur einer der Schauplätze. Auch die steigenden Energie-, Honorar-, und Mietkosten, die unklare Situation für selbstständige Tätigkeit, die häufig marode Infrastruktur und die stets wachsende und extreme Bürokratie sind für die Einrichtungen eine enorme Belastung.
Petition unter: www.change.org/Kürzungen_Kulturpädagogik
Vertreter*innen der Kulturpädagogischen Facheinrichtungen Köln stehen gerne für Interviews bereit.
Pressekontakt: Eva Adorjan – stellv. Sprecherin der Kulturpädagogischen Facheinrichtungen Köln – e.adorjan@latibul.de